Schmerzbilder nach Alphabet

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Impingementsyndrom

Definition
Funktionsbeeinträchtigung und schmerzhafte Beweglichkeit im Bereich des Schultergelenks, wobei diese in der ersten Phase passiv frei beweglich, jedoch aktiv deutlich eingeschränkt ist.

Klinisches Bild
Typisch ist ein sog. painful arc, wobei z.B. beim Heben des Armes nach vorne nach etwa 80° anheben aus der Normalstellung eine deutliche Steigerung der Schmerzintensität beginnt, die dann bei etwa 120° wieder abnimmt. Das gleiche ist auch beim Heben des Armes auf die Seite (Abduktion) zu erheben.

Typischerweise findet sich auch ein Nachtschmerz, sodass der Patient nicht auf der schmerzhaften Schulter liegen kann. Eine Rötung, Schwellung etc. ist üblicherweise nicht zu erheben. Meistens beginnen die Schmerzen ohne jeglichen Anlass.
– Schmerzen im Bereich des Schultergelenkes ohne Anlass
– deutlicher Nachtschmerz
– Schmerzhaftigkeit bei Über – Kopf – Bewegungen
– Meistens beginnen die Schmerzen dumpf und nehmen dann im Laufe der Zeit an Intensität zu
– Eine Anamnesedauer bzw. Schmerzdauer von einem Jahr ist nicht ungewöhnlich
– Klinische Untersuchung mit Erhebung der aktiven und passiven Beweglichkeit in den Hauptebenen, des sog. schmerzhaften Bogens und der Bewegung des Gelenks gegen Widerstand
– Röntgenbilder des Schultergelenkes im ap, axialen und outlet view Strahlengang, wobei sich am Vorderrand des Acromions manchmal ein knöcherner Sporn oder ein Acromion Typ III ergibt
– Die Sonographie dient als Ausschlussbefund betreffend des Vorliegens einer Rotatorenmanschettenruptur
- Zur genaueren Darstellung der Sehnenmanschette wird eine Kernspintomographie durchgeführt. Hierdurch ist eine detaillierte Darstellung der Weichteilstrukturen wie eventuelle Risse in den Sehnen der Rotatorenmanschette möglich, ebenso evt begleitende Veränderung der Bursa subacromialis
– Tendinitis calcarea (Kalkschulter)
– Rotatorenmanschettenriss
– Acromiorclavikulararthrose
– Einklemmungssyndrom des nervus suprascapularis
– Schultersteife
– Instabilitäts impingement (bei jungen Patienten)

Die Behandlung des Impingements umfasst folgende Ziele:

1. Reduktion der subakromialen Entzündung
2. Wiederherstellung einer zufriedenstellenden Schulterfunktion

– Am Beginn der Erkrankung sollte eine konservative Therapie durchgeführt werden. Sie besteht in Verabreichung von nichtsteriodalen Antirheumatika unter Nutzung von deren schmerzreduzierender antiphlogistischer und antiinflamatorischer Wirkung, sowie in physikalischen Maßnahmen (Ultraschall und Iontophorese). Es ist auch eine Infiltration in den subacromialen Raum, sowie an periartikuläre Maximalpunkte angezeigt.
Akupunktur kann den Verlauf sehr positiv beeinflussen.
Humerushochstand, Skapulafehlstellungen, gestörte Bewegungsmuster (patterns) sowie verminderte Kraft einzelner Muskeln ergeben die gezielten Indikationen für eine Physiotherapie.

– Alle analgetischen Bemühungen verfolgen neben der Schmerzreduktion das Ziel die Beweglichkeit ehebaldigst wieder herzustellen. Komplette Ruhigstellung soll vermeiden werden, weil sich sehr rasch eine Schultersteife entwickeln kann.

– Wenn die Therapie nach sechs Monaten nicht erfolgreich ist und ein sog. outlet impingement vorliegt (strukturelle Veränderungen des coracoacromialen Bogens), dann ist eine arhtoskopische Acromioplastik angezeigt. Eine komplette Schmerzfreiheit unmittelbar nach der Operation darf nicht erwartet werden, jedoch eine deutliche Schmerzreduktion. Bei langdauerndem Schmerz vor der Operation, können Restschmerzen bis zu einem Jahr anhalten.

– Die Nachbehandlung nach der arthroskopischen Akromioplastik besteht in aktiver und passiver Heilgymnastik.
Es ist eine Kräftigung der Schulterblattmuskulatur (Musculus infraspinatus und subscapularis) durchzuführen.

chirurgische Therapie:
Dr. Christian Wurnig
2. orthop. Abteilung, Orthopädisches Spital Speising

konservative Therapie:
Dr. Martin Friedrich,
Abteilung für orthopädische Schmerztherapie,
Orthopädisches Spital Speising