Arten der Schmerzbehandlung

TENS-Überblick

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), mit batteriebetriebenen Taschenreizstromgeräten, ist eine besonders wirkungsvolle und gefahrlose Elektrotherapie über das Nervensystem. Die Geräte sind relativ robust, einfach in der Bedienung und Anwendung. Die Wirkung dieser Behandlungsmethode wurde in großen klinischen und experimentellen Studien untersucht und hat sich seit über 20 Jahren in vielen Ländern bewährt.

Hauptanwendungsgebiet

Das Hauptanwendungsgebiet der TENS ist die Schmerztherapie. Auch bei Kranken mit lange bestehenden, wenig beeinflussbaren Schmerzen (jeder Art, auch Tumor- oder Krebsschmerz!) lässt sich oft noch eine gute bis sehr gute Schmerzunterdrückung erzielen. Die Wirkung der TENS ist heute wissenschaftlich aufgeklärt. Es ließ sich nachweisen, dass durch die TENS-Behandlung körpereigene schmerzunterdrückende Systeme des Zentralnervensystems aktiviert werden, die die Weiterleitung der Schmerzimpulse zum Bewusstsein hemmen.

Frequenzen

Mit der konventionellen TENS - hohe Frequenz, niedrige Intensität (Kribbeln, Vibrieren) werden vorzugsweise körpereigene Hemmsysteme im Bereich des Rückenmarkes stimuliert bzw. moduliert (= segmentale Hemmung). Dadurch werden die von diesen Rückenmarksbereichen abhängigen Körperpartien schmerzarm, besser durchblutet und es kommt hier zur Muskelentspannung.

Die TENS mit niedriger Frequenz und hoher Intensität (knapp unterhalb der lokalen Schmerzgrenze, so dass Muskelzuckungen unter den Elektroden auftreten) aktiviert die körpereigenen Schmerzkontrollsysteme im Gehirn. Durch die TENS werden Neurotransmitter (z. B. Endorphine, Dopamin, Noradrenalin und Serotonin) verstärkt freigesetzt, die alle Schmerzen unterdrücken und eine allgemeine Durchblutungsverbesserung (in allen Teilen des Körpers) hervorrufen. Diese Therapieart wirkt sich auf die körperliche und psychische Leistung günstig aus. Außerdem kann diese Therapie erfolgreich zu allgemeinen körperlichen und geistigen Leistungssteigerungen sowie zur Stressreduktion (z. B. bei Schwächezuständen) eingesetzt werden.

Platzierung der Elektroden

Durch richtige Platzierung der Elektroden, die vom Therapeuten sorgfältig und individuell angepasst sein muss, ist mit diesen beiden TENS-Formen bei akuten und chronischen Schmerzen sowie Durchblutungsstörungen ein guter Erfolg zu erwarten.

Sehr gute Verträglichkeit

Die TENS zählt zu den Heil- und Behandlungsmethoden der Naturheilkunde, denn mit den elektrischen Reizen werden gefahrlos und ohne Nebenwirkungen (außer sehr seltener Strom- und Elektrodenüberempfindlichkeit) über das Nervensystem körpereigene Schutz- oder Kontroll- sowie Regelmechanismen stimuliert. Diese sind normalerweise auch im Körper wirksam, aber bei einer Erkrankung gestört oder überfordert.

Vielfach entstehen durch diese krankheitsbedingten nervalen Fehlsteuerungen, die zum Teil durch Umweltschäden und andere Belastungen mitbedingt sind, chronische Erkrankungen und chronische Schmerzen. Durch gezielte Reize der TENS an den richtigen Orten ist es möglich, die Selbstheilungskräfte und schmerzbegrenzenden Systeme zu aktivieren, bzw. das übererregte Nervensystem zeitweilig zu beruhigen, damit sich in der Erholungsphase die körpereigenen Regelsysteme harmonisieren.

Die Effizienz dieser Behandlung liegt nach jahrelanger Erfahrung und zahlreichen Studien bei über 60%, bei einigen Indikationen und regelmäßiger Anwendung bei über 90%.

Damit ist die TENS in die Reihe der hochwirksamen Therapien einzuordnen.

Die TENS-Behandlung mit der heutigen Gerätegeneration ist bei richtiger Anwendung absolut ungefährlich und nebenwirkungsfrei. Spätschäden, wie bei der Langzeitmedikation von Schmerzmitteln zu erwarten, treten bei der TENS-Therapie nicht auf.

Seltene Hautrötungen können durch allergische Reaktionen gegen Elektrodengel oder Elektrodenmaterial bedingt sein. Für alle Anwendungen stehen geeignete Elektroden zur Verfügung.

(Text: Schmerzselbsthilfe e.V., Hamburg)